| Baulogistik
Baustellenabläufe müssen heute in besonderer Weise geplant und überwacht werden. Personen- und Fahrzeugströme dürfen nicht mehr dem Zufallsprinzip unterliegen. Es kann den Firmen nicht überlassen bleiben, wann und in welchem Umfange sie Baustellen anfahren und beschicken. Wie in der Demokratie endet die Freiheit des Einzelnen dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Wenn jeder Unternehmer alle Lagerplätze und Kräne für sich beansprucht, kann ein synchroner Mehrfirmeneinsatz nicht erfolgen.
Es ist Aufgabe der Baulogistik, auf Bauherrenseite Rahmenbedingungen zu schaffen, die den einzelnen Firmen die Möglichkeit eröffnen, ihre eigene Baustellenlogistik zur Abwicklung ihres Auftrages koordiniert einzusetzen. Wir sprechen in dem Zusammenhang von Baustellenlogistik auf Auftragnehmerseite und von Baulogistik auf Bauherrenseite. Ferner wird nach Art der Logistik unterschieden und zwar Beschaffungs- und Transportlogistik (Logistik bis zur Baustelle), Erstellungslogistik (Logistik auf der Baustelle) und Entsorgungslogistik (Logistik nach der Baustelle). Die Leistung der Baulogistik wird unterteilt in eine reine Planungsleistung und in eine gewerbliche Ausführungsleistung. Durch den Einsatz eines gewerblichen Logistikers auf der Ausführungsseite verändern sich die bekannten Leistungs- und Haftungsstrukturen im Bauwesen bei Beachtung der einschlägigen Vergabe- und Vertragsvorschriften nicht.
Auch der Gemeinsame Ausschuss Elektronik im Bauwesen (GAEB) hat sich der neueren Entwicklung angenommen und im Standardleistungsbuch-Bau mit dem Leistungsbereich 090 einen eigenen Leistungsbereich für die Beschreibung von Baulogistikleistungen geschaffen. Der Bearbeitung liegen Entwicklungsarbeiten aus unserem Hause zugrunde.
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